Anfrage von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD: Wie gut ist der Rhein-Kreis Neuss auf mögliche Hochwasserszenarien vorbereitet?

Hochwasser Rhein-Kreis Neuss
Hochwasser Rhein-Kreis Neuss
Gemeinsame Pressemitteilung der Kreistagsfraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD

Am 13. und 14. Juli 2021 fie­len über dem West­en Deutsch­lands Regen­men­gen von 100 bis 150 mm und führten zu ein­er ver­heeren­den Katas­tro­phe, die weit über ein­hun­dert Todes­opfer forderte und enorme Schä­den an Wohnge­bäu­den und der Infra­struk­tur hin­ter­ließ. Auch im Rhein-Kreis Neuss kam es in den zurück­liegen­den Monat­en wieder­holt zu regionalen Über­flu­tun­gen infolge von Starkre­gen. Mete­o­rolo­gen sind sich einig, dass dies keine sin­gulären Ereignisse sind, son­dern unmit­tel­bare Auswirkun­gen des Kli­mawan­dels, die sich per­spek­tivisch ver­stärken werden.

Vor diesem Hin­ter­grund haben die Kreistags­frak­tion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD eine Anfrage zur näch­sten Sitzung des Auss­chuss­es für Ret­tungswe­sen, Feuer- und Katas­tro­phen­schutz am 07. Sep­tem­ber 2021 formuliert.

Simon Rock, Frak­tionsvor­sitzen­der der GRÜNEN im Rhein-Kreis Neuss, erk­lärt: „Die ver­gan­genen Jahre haben gezeigt, dass Extremwet­ter­la­gen wie Hitzewellen, Dür­ren und Starkre­gen zunehmen und wir diese nicht unter­schätzen dür­fen. Auch wenn der Rhein-Kreis Neuss dieses Mal weitest­ge­hend ver­schont blieb, müssen wir bere­its jet­zt Vor­sorge tre­f­fen und Schwach­stellen im Krisen­man­age­ment iden­ti­fizieren, um zukün­ftig schnell und koor­diniert han­deln zu kön­nen. Die Sicher­heit der Bürger*innen hat jed­erzeit — auch im Krisen­fall — absolute Priorität.“

Unter anderem erbit­ten die Kreistags­frak­tio­nen in ihrer Anfrage Trans­parenz darüber, welche Gewäss­er im Kreis­ge­bi­et als kri­tisch betra­chtet und welche Über­flu­tungs­flächen bei möglichen Hochwasser­szenar­ien gezielt freigegeben wer­den. Des Weit­eren soll gek­lärt wer­den, welche kri­tis­chen Ein­rich­tun­gen über eine redun­dante Stromver­sorgung ver­fü­gen und wie diese im Krisen­fall aufrechter­hal­ten wer­den kann. Nicht zulet­zt stellt sich die Frage, wie eine schnelle und flächen­deck­ende War­nung der Bevölkerung im Rhein-Kreis Neuss sichergestellt wer­den kann und wie die Koor­di­na­tion der Behör­den und Organ­i­sa­tio­nen mit Sicher­heit­sauf­gaben (BOS) im Krisen­fall untere­inan­der geregelt ist.

Für ein koor­diniertes Hochwasser­risiko­man­age­ment plädiert auch Her­bert Pal­men, Sprech­er der SPD im Auss­chuss für Ret­tungswe­sen, Feuer- und Katas­tro­phen­schutz: „Wir soll­ten auf Kreisebene als Poli­tik alles notwendi­ge für unsere Bevölkerung unternehmen, um diese rechtzeit­ig von Gefahren­la­gen zu war­nen und helfen zu kön­nen. Hierzu gehört eine enge Zusam­me­nar­beit zwis­chen unseren acht Kom­munen, dem Rhein-Kreis Neuss und dem Land NRW, allen Hil­f­sor­gan­i­sa­tio­nen und unseren Bürger*innen. Dafür set­zen wir uns ein!“

Dirk Schi­man­s­ki, Kreistagsab­ge­ord­neter der GRÜNEN im Rhein-Kreis Neuss und Sprech­er für Ret­tungswe­sen & Katas­tro­phen­schutz und Polizei, fasst zusam­men: „Die Hochwasserkatas­tro­phe hat gezeigt, wie wichtig ein gesamtheitlich­es Konzept zur Krisen- präven­tion und Risiko­analyse ist, welch­es alle rel­e­van­ten Struk­turen — auch auf Kreisebene — regelmäßig über­prüft, Gefahren­po­ten­tiale iden­ti­fiziert und aus Erfahrun­gen lernt, so dass uns Bilder wie im Süd­west­en Deutsch­lands hof­fentlich erspart bleiben.“

Dieses Mal hat­ten wir im Rhein-Kreis Neuss Glück im Unglück, wenn wir in andere Regio­nen NRWs oder in Rich­tung des gesamten Bun­des­ge­bi­etes blick­en“, so Sabine Kühl, stel­lv. SPD-Frak­tionsvor­sitzende und Vor­sitzende des Auss­chuss­es für Ret­tungswe­sen, Feuer- und Katas­tro­phen­schutz. Sie hebt beson­ders das Engage­ment der Ein­satzkräfte her­vor: „Unsere Feuer­wehren und Ret­tungskräfte leis­ten Großar­tiges und ver­di­enen unseren her­zlichen Dank für ihren Einsatz.“