Rheinland-Klinikum schließt Geburtshilfe am Standort Grevenbroich vorübergehend — GRÜNE sehen Klärungsbedarf!

Simon Rock, Kreistagsabgeordneter der GRÜNEN im Rhein-Kreis Neuss und Sprecher für Haushalt und Finanzen
Simon Rock, Kreistagsabgeordneter der GRÜNEN im Rhein-Kreis Neuss und Sprecher für Haushalt und Finanzen
Pressemitteilung der Kreistagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Angesichts zahlre­ich­er offen­er Fra­gen im Zusam­men­hang mit der kurzfristig angekündigten Schließung der Geburtshil­fe im Greven­broich­er Elis­a­beth-Kranken­haus zeigen sich die GRÜNEN im Rhein-Kreis Neuss irri­tiert — es beste­ht erhe­blich­er Klärungsbedarf.

Aus ein­er „per­son­ellen Not­lage“ her­aus hat die Geschäfts­führung des Rhein­land-Klinikums offen­bar im Eil­ver­fahren entsch­ieden, die Geburtshil­fe am Stan­dort Greven­broich zum 1. Feb­ru­ar 2021 zu schließen. Dabei wirft nicht nur die intrans­par­ente Vorge­hensweise Fra­gen auf:

Offen ist ins­beson­dere, welche Maß­nah­men seit­ens der Geschäfts­führung ergrif­f­en wur­den, um dem abse­hbaren Fachkräfte­man­gel frühzeit­ig entgegenzuwirken.

Simon Rock, Frak­tionsvor­sitzen­der der GRÜNEN im Rhein-Kreis Neuss reagiert demzu­folge mit Erstaunen auf die kurzfristige Schließung: „Dass es einen Per­sonal­man­gel gibt, weiß die Geschäfts­führung sicher­lich nicht erst seit gestern. Wir erwarten Trans­parenz darüber, wie lange die Geburt­sklinik geschlossen bleiben soll. Es ist ein großer Unter­schied, ob es sich bei der Schließung um einen vorüberge­hen­den oder um einen Dauerzu­s­tand handelt.“

Rock sieht hier ins­beson­dere die Sit­u­a­tion für die wer­den­den Eltern kri­tisch: „Ger­ade für die Eltern, die die Geburt ihres Kindes im Elis­a­bethkranken­haus geplant und angemeldet haben, ist die Sit­u­a­tion im Grunde genom­men untrag­bar.“ Sein Faz­it: Pla­nungssicher­heit sieht anders aus.

Aus Sicht der GRÜNEN ist auch die Frage ungek­lärt, wie die weg­fal­l­en­den Leis­tun­gen der Geburtshil­fe an den anderen Stan­dorten des Rhein­land-Klinikums in Neuss und Dor­ma­gen kom­pen­siert wer­den kön­nen und welche alter­na­tiv­en Ange­bote die Qual­ität der Gesund­heitsver­sorgung am Stan­dort Greven­broich zukün­ftig gewährleis­ten sollen.

Swen­ja Krüp­pel, Sprecherin des Ortsver­bands der GRÜNEN in Greven­broich weist dies­bezüglich darauf hin, dass erst 2019 die Geburtshil­fe des Elis­a­bethkranken­haus­es in Greven­broich für ihre außeror­dentliche Patien­ten­zufrieden­heit aus­geze­ich­net wurde: „Wir erwarten Klarheit darüber, wie die Kranken­häuser in Dor­ma­gen und Neuss die zusät­zlichen Geburten auf­fan­gen sollen, ohne dabei die Qual­ität der Betreu­ung zu ver­nach­läs­si­gen.“ Schließlich lasse sich eine Geburt nicht wie eine Knie-OP mal eben auf­schieben, argu­men­tiert die Greven­broich­er GRÜNEN-Sprecherin. 

Mehr Trans­parenz erwartet Krüp­pel ins­beson­dere von Lan­drat Hans-Jür­gen Petrauschke als einzi­gen Gesellschaftsvertreter des Kreis­es im Rhein­land-Klinikum. Es könne nicht sein, dass wer­dende Eltern die Lei­d­tra­gen­den dieses man­gel­haften Per­son­al- und Pla­nungs­man­age­ments sind!