GRÜNE im Kreistag: Königshovener Höhe soll Naturschutzgebiet werden

Die Kreistags­frak­tion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Rhein-Kreis Neuss will das Gebi­et „Königshoven­er Höhe“ bei Greven­broich unter Naturschutz stellen. In der kom­menden Kreistagss­sitzung am 24. Juni soll über den entsprechen­den Antrag abges­timmt wer­den.

Die Königshoven­er Höhe gilt unter Naturschutzexpert*innen seit Jahren als ein einzi­gar­tiger Zuflucht­sort für sel­tene Arten. Nur unweit eines bedeu­ten­den Indus­tri­e­s­tandortes haben hier sel­tene Arten wie die Grauam­mer, der Stein­schmätzer und gar der Wen­de­hals eben­so eine Heimat gefun­den wie die eigentlich aus­gestor­bene und dort brü­tende Sump­fohr-Eule. Auch Rohrwei­hen ziehen hier regelmäßig ihre Jun­gen auf und die in NRW als Brutvo­gel aus­gestor­bene Korn­wei­he über­win­tert dort mit bis zu zehn Exem­plaren. Hinzu kom­men die umfan­gre­iche Schmetter­lingspop­u­la­tion in der Königshoven­er Mulde sowie tem­poräre Biotope mit guten Voraus­set­zun­gen für teils sel­tene Amphi­bi­en. In Summe Gründe genug, die es aus Sicht engagiert­er Naturschützer*innen wie dem langjähri­gen Umwelt­beauf­tragten der Stadt Greven­broich, Nor­bert Wolf, längst recht­fer­ti­gen wür­den, diesen Teil des Reviers unter Schutz zu stellen. Sein entsprechen­der Antrag düm­pelt seit Jahren nun in diversen Amtsstuben vor sich hin.

DIE GRÜNEN im Kreistag hat­ten das The­ma Anfang des Jahres erneut aufge­grif­f­en und sich hin­ter die Forderung von Nor­bert Wolf gestellt. Unter der Regie ihres Umwel­t­ex­perten Hans Chris­t­ian Mark­ert haben sie nun für die Sitzung des Kreistages in der näch­sten Woche einen entsprechen­den Antrag vorgelegt. Darin wird die Kreisver­wal­tung aufge­fordert, die Voraus­set­zun­gen für die Schaf­fung eines solchen Naturschutzge­bi­etes zu schaf­fen und sich gegenüber anderen Ver­wal­tung­sein­heit­en – u. a. der zuständi­gen Bezirk­sregierung, der Lan­desregierung und den betrof­fe­nen Kom­munen — sowie gegebe­nen­falls pri­vat­en Eigentümer*innen des Gebi­etes entsprechend einzuset­zen.

Dazu soll im Rah­men ein­er Mach­barkeitsstudie ein inte­gra­tives Umset­zungskonzept zur Vere­in­barkeit von Naturschutz, Erneuer­baren Energien und Gewer­bean­sied­lung bei der Real­isierung des Naturschutzge­bi­etes „Königshoven­er Höhe“ erar­beit­et und die Ergeb­nisse schon im Herb­st dieses Jahres vorgelegt wer­den.

Wir wollen die Dynamik des Struk­tur­wan­dels und der Nach-Coro­na-Krise nutzen, um die Zukun­ft des Rheinis­chen Reviers in unserem Kreis nach­haltig zu gestal­ten und set­zen uns mit Blick auf die Einzi­gar­tigkeit der Königshoven­er Höhe für ein entsch­iedenes Sowohl-Als-Auch anstelle eines eingeübten Entwed­er-Oders ein“, begrün­det Mark­ert den erneuten Vorstoß sein­er Frak­tion.  Tech­nisch sei es sehr wohl möglich, den Aus­bau Erneuer­bar­er Energien und den Erhalt von Arten zusam­men­zubrin­gen, so der der langjährige Vor­sitzende des Kreis-Umweltauss­chuss­es und ver­weist auf die aktuelle Studie des Umwelt­bun­de­samtes „Tech­nis­che Maß­nah­men zur Min­derung akzep­tanzhem­mender Fak­toren der Winden­ergien­utzung an Land“.

Die Kreistags-GRÜ­NEN hof­fen mit ihrem Antrag auch die anderen Frak­tio­nen zu überzeu­gen. Schließlich, so Frak­tion­schef Erhard Dem­mer, eröffne das gle­ich­berechtigte Zusam­mendenken von ökol­o­gisch Geboten­em und wirtschaftlich Notwendi­gem den im Rhein-Kreis Neuss leben­den und arbei­t­en­den Men­schen eine gen­er­a­tionsüber­greifende Per­spek­tive.

Zum Presse­bericht der NGZ vom 22.06.2020 “Königshoven­er Höhe in Greven­broich: Grüne wollen Studie für Naturschutz auf der Halde” geht es hier.

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