Notfallfonds zur Förderung des Integrationssports

Unsere Kreistags­frak­tion beantragte, dass bei der Verteilung der Sport­för­der­mit­tel ein Betrag in Höhe von 10.000 Euro für die Förderung der Inte­gra­tion durch Sport vorge­se­hen wird.

Begrün­dung:

Die Zahl der Flüchtlinge im Rhein-Kreis Neuss ist erhe­blich gestiegen und wird voraus­sichtlich in den kom­menden Monat­en weit­er­hin steigen. Im Rhein-Kreis Neuss leben 8.000 Flüchtlinge (Stand 01.01.2016). Sta­tis­tisch gese­hen sind 55,9 % von ihnen unter 25 Jahre (also etwa min­destens 4.000 Flüchtlinge).

Es soll ver­sucht wer­den, ins­beson­dere die Per­so­n­en­gruppe zwis­chen 18 und 35 Jahren aktiv für den Vere­inss­port zu begeis­tern. Die Bedeu­tung des Sports u.a. für die soziale Inte­gra­tion ist unum­strit­ten. Auch der Rhein-Kreis Neuss will laut seinem Konzept zur Inte­gra­tion von Flüchtlin­gen durch Sport die Vere­ine fördern (eine Finanzierung ist bish­er nicht ersichtlich).

Sport­treiben kostet jedoch Geld, sei es etwa durch die Zahlung von Vere­ins­beiträ­gen, die Anschaf­fung von Sport­bek­lei­dung und Sport­geräten oder Fahrtkosten. Geld, welch­es wed­er die Vere­ine noch die meis­ten Flüchtlinge haben. Einige wenige Vere­ine im Rhein-Kreis Neuss (ca. 40 von 340), die sich für die Inte­gra­tion von Flüchtlin­gen ein­set­zen, ver­suchen zwar durch viel ehre­namtlich­es Engage­ment (Sam­meln von Sport­bek­lei­dung durch Spenden, Verzicht auf Vere­ins­beiträge, Verzicht auf Gehalt seit­ens der Train­er) die Inte­gra­tion der Flüchtlinge zu fördern. Dazu, wie lange dieser Zus­tand ins­beson­dere auf­grund der steigen­den Zahl der Flüchtlinge anhal­ten wird, kann jedoch nie­mand eine zuver­läs­sige Prog­nose abgeben.

Zudem haben einige der Vere­ine selb­st finanzielle Schwierigkeit­en und sie wären sehr glück­lich darüber, wenn sie bei ihrem lobenswerten Engage­ment finanziell unter­stützt wür­den. Nicht immer gibt es aber die passende Spende — zu denken sei etwa an Bade­bek­lei­dung — oder den engagierten Vere­in.

Inte­gra­tion durch Sport soll aber nicht auss­chließlich vom Good­will der Vere­ine abhängig sein. Jed­er Flüchtling, der gern Sport treiben möchte, soll die Möglichkeit hierzu haben — möglicher­weise auch begren­zt für eine bes­timmte Zeit (etwa die ersten 2 Jahren).
Zur Förderung des Ziels Inte­gra­tion durch Sport soll daher ein Fonds ein­gerichtet wer­den, aus dem bei Bedarf auf Antrag, etwa von Flüchtlin­gen oder den Vere­inen, ein bes­timmter Betrag aus­gezahlt wird. Der Kreis­s­port­bund kön­nte über die Anträge entschei­den.

Eine Gegen­fi­nanzierung der Haushaltsmit­tel sehen wir bei der Förderung Leis­tungss­port (von 70.000 Euro auf 60.000 Euro) oder bei den Sportver­anstal­tun­gen (von 23.000 Euro auf 13.000 Euro), so dass eine zusät­zliche Haushalts­be­las­tung für die Ein­rich­tung des Not­fall­fonds nicht gegeben ist.

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