UMWELT, KLIMA, ENERGIE und PLANUNG

Wir wis­sen, dass unsere natür­liche Umwelt zunehmend gefährdet ist. Darum treten wir GRÜNE für den best­möglichen Schutz von Gewässern, Luft und Böden und eine intak­te und arten­re­ichen Natur im Rhein-Kreis Neuss ein. Die jahrzehn­te­lange fos­sile Energieerzeu­gung ein­er­seits und der Rohstof­fab­bau ander­er­seits haben unüberse­hbare Spuren in Land­schaft und Umwelt hin­ter­lassen. Deswe­gen hat der Rhein-Kreis Neuss auch eine große Verpflich­tung, endlich mit aktivem Kli­maschutz anz­u­fan­gen. Wir sind die erste Gen­er­a­tion, die die Fol­gen der Kli­makrise zu spüren bekommt, und die let­zte, die sie noch eindäm­men kann.

Kli­maschutz ernst nehmen — Energiewende vorantreiben

Auch im Rhein-Kreis Neuss sind bere­its heute die Fol­gen des Kli­mawan­dels deut­lich zu spüren. Kli­maschutz muss mit höch­ster Pri­or­ität ernst genom­men wer­den und die Energiewende auch und ger­ade mit dem Ziel eines raschen Endes der Kohlever­stro­mung ambi­tion­iert bei uns vor­angetrieben wer­den. Die Fol­gen des Kli­mawan­dels müssen für Men­schen und Umwelt weitest möglich abgemildert wer­den.

Wir GRÜNE wollen:

  • dass die Kreisver­wal­tung und alle zum Kreis gehören­den Ein­rich­tun­gen und Unternehmen in ihrem Han­deln bis 2030 kli­ma­neu­tral wer­den. Zukün­ftig muss der Rhein-Kreis Neuss deshalb weit mehr des benötigten Stroms und des Wärme- bzw. Kühlbe­darfs durch erneuer­bare Energien selb­st pro­duzieren und unmit­tel­bar selb­st nutzen.
  • dass alle geeigneten krei­seige­nen Gebäude – Ver­wal­tungs­ge­bäude, Bil­dungs- und Sozialein­rich­tun­gen eben­so wie Parkhäuser – zur Solarstrom und wo sin­nvoll auch für die Solar­wärme- und Solarküh­le-Erzeu­gung einge­set­zt wer­den. Zukün­ftig muss begrün­det wer­den, warum ein Stan­dort aus­nahm­sweise nicht geeignet ist.
  • dass sich der Rhein-Kreis Neuss nach­drück­lich dafür ein­set­zt, Wasser­stoff-Mod­ell­re­gion zu wer­den.
  • dass die Wind­kraft- und Solar­po­ten­tiale im Kreis­ge­bi­et kon­se­quent aus­genutzt wer­den und die so gewonnene Energie auch gespe­ichert wer­den.
  • dass der Rhein-Kreis Neuss Stan­dort für Strom­spe­ich­er wird und Ini­tia­tiv­en ergreift, bere­its bekan­nte Tech­niken zur vorüberge­hen­den Spe­icherung von zu viel erzeugter erneuer­bar­er Energie auch im Rhein-Kreis Neuss anzuwen­den. Hier bietet sich an, die über­schüs­sige Energie in Gas zu spe­ich­ern (pow­er-to-gas) oder für die Wärme­pro­duk­tion mit­tels Elek­tro­den- Kesseln zu nutzen (pow­er-to-heat).
  • dass der Energie­ver­brauch sukzes­sive gesenkt wird und in allen krei­seige­nen Gebäu­den energies­parende Sys­teme wie LED-Beleuch­tungssys­teme und ver­brauch­sarme Geräte mit dem höch­sten Effizien­z­grad einge­set­zt wer­den.
  • dass Strombe­darfe, die nicht durch die Eigen­pro­duk­tion gedeckt wer­den kön­nen, zukün­ftig kon­se­quent und auss­chließlich auf der Basis erneuer­bar­er Energien gedeckt und entsprechend aus­geschrieben wer­den.

Gewäss­er kon­se­quent schützen

Unsere heimis­chen Gewäss­er sind nicht nur der Leben­sraum für zahlre­iche Pflanzen und Tiere, son­dern sind – ob als Ober­flächengewäss­er oder Grund­wass­er – zudem Quellen für unser Trinkwass­er. Auch im Rhein-Kreis Neuss ist das Trinkwass­er aus öffentlichen Leitun­gen das am besten geprüfte und preiswerteste Lebens­mit­tel. Damit das so bleibt, müssen Grund­wass­er und die Ober­flächengewäss­er dem Verur­sacher­prinzip fol­gend deut­lich bess­er vor Gefährdun­gen durch Ver­schwen­dung, durch Medika­menten- und Plas­tikrück­stände, durch Düngemit­tel und Pes­tizide, durch Rohstof­fab­bau und Kli­mafol­gen in unserem Kreis geschützt wer­den. Unser Kreis muss zur Reduk­tion der Nitrat­be­las­tung eine Vor­re­it­er­rolle übernehmen. Zur deut­lichen Ver­ringerung von Schweb­stof­fen wie Mikro­plas­tik und Medika­menten­rück­stän­den bedarf es zukün­ftig eben­so weitre­ichen­der Ini­tia­tiv­en
des Rhein-Kreis­es Neuss, wie sich der Kreis opti­mal auf zunehmende Starkre­gen-
Ereignisse und Dür­rephasen vor­bere­it­en muss.

Wir GRÜNE wollen:

  • ein Grauwass­er-Konzept in den krei­seige­nen Gebäu­den umset­zen, das vorgek­lärtes Brauch- und Regen­wass­er ein­er erneuten Nutzung für die Abwassertech­nik und Bewässerung von Auße­nan­la­gen zuführt.
  • dass die Kreisumwelt­be­hörde ver­stärkt und kon­se­quent die Gül­leaus­bringung und die Gülleim­porte kon­trol­liert, wo dies auf­grund spezieller Ver­bot­sregelun­gen möglich ist.
  • im Rah­men eines bre­it angelegten Mod­ell­pro­jek­tes Abwäss­er auch direkt an Ein­leitungsquellen wie Kranken­häusern weit­ge­hend vork­lären und so eine verur­sacherg­erechte Alter­na­tive zur flächen­deck­enden 4. Reini­gungsstufe an Kläran­la­gen im Rhein-Kreis Neuss etablieren. Der Erfolg des Mod­ell­pro­jek­tes soll über beglei­t­ende Kam­pag­nen etwa zur Medika­menten-Entsorgung sichergestellt wer­den.
  • dass der gute ökol­o­gis­che Zus­tand sowie die Durchgängigkeit heimis­ch­er Fließgewäss­er im Sinne der Europäis­chen Wasser­rah­men-Richtlin­ie gewährleis­tet wer­den.
  • dass ver­siegelte Flächen des Kreis­es grund­sät­zlich für die Ver­sickerung nachgerüstet und Dachflächen grund­sät­zlich begrünt und mit entsprechen­den Wasser­spe­ich­ern verse­hen wer­den. Dies dient zudem auch der Küh­lung der Gebäude in Hitzezeit­en und ver­stärkt die Stro­maus­beute der Solarstro­man­la­gen. Aus­nah­men von diesem Grund­satz sind im Einzelfall zu begrün­den.

Arten­vielfalt bewahren – Tiere und Pflanzen schützen

Die Vielfalt an Tieren und Pflanzen im Rhein-Kreis Neuss muss wieder deut­lich erhöht wer­den. Dafür muss der Kreis die Koor­di­na­tion beim Arten­schutz im Kreis­ge­bi­et übernehmen. Wir dür­fen uns nicht auf klein­teilige Maß­nah­men wie Blüh­streifen und blühende Straßen­rän­der beschränken.

Wir GRÜNE wollen:

  • dass zusät­zliche Flächen erwor­ben wer­den, um insek­ten­fre­undliche Land­schafts­brück­en im Umfeld inten­siv land­wirtschaftlich genutzter Flächen zu schaf­fen.
  • dass weit­ere Naturschutz- und Land­schaftss­chutzge­bi­ete im Kreis­ge­bi­et geschaf­fen wer­den. Dabei ist ins­beson­dere die Ein­rich­tung eines Naturschutzge­bi­etes “Königshoven­er Höhe“ in Greven­broich für uns pri­or­itär.
  • dass im Rah­men der Gesamtkonzep­tion auch die Bil­dung­sein­rich­tun­gen im Kreis­ge­bi­et ein­be­zo­gen wer­den.
  • dass der Rhein-Kreis Neuss dem “Bünd­nis für pes­tizid­freie Kom­munen“ des Bun­des für Umwelt und Naturschutz (BUND) beitritt, um so glaub­würdig auf krei­seige­nen Flächen eine Vor­bild­funk­tion für einen Verzicht auf Pes­tizide und Glyphosat zu übernehmen.

Kul­tur­land­schaft zurück­gewin­nen – Flächen­fraß stop­pen

Ins­beson­dere der Kohleab­bau und die Kies­gewin­nung haben in den let­zten Jahrzehn­ten tiefe Spuren in unser­er Kul­tur­land­schaft hin­ter­lassen und der Natur schw­eren Schaden zuge­fügt. Als GRÜNE wollen wir den immensen Flächen­fraß der Ver­gan­gen­heit stop­pen und die Wald­mehrung beschle­u­ni­gen. Dadurch kann die Kul­tur­land­schaft ihr ursprünglich­es Gesicht zumin­d­est teil­weise zurück­gewin­nen.

Wir GRÜNE wollen:

  • für den Kauf zusät­zlich­er Flächen mit dem Ziel diese natur­nah zu entwick­eln und mehr Wald anzupflanzen mehr Haushaltsmit­tel zur Ver­fü­gung stellen.
  • dass die Waldqual­ität zukün­ftig durch kli­maangepasste Mis­chkul­turen verbessert und gefällte Bäume durch Anpflanzun­gen (min­destens 1 zu 1) aus­geglichen wer­den. Rodun­gen sind zu begrün­den und trans­par­ent zu machen.
  • dass der Rhein-Kreis Neuss eine Ini­tia­tive zum Stopp des Flächen­fraßes startet, die Alt­flächen­nutzung und Flächen­verdich­tung an die Stelle immer weit­er­er Neuausweisun­gen in den Flächen­nutzungsplä­nen stellt.
  • dass der Kreis den Nieder­rhein-Appell unter­stützt und sich im Rah­men anste­hen­der Region­alplanän­derun­gen für den Stopp des weit­eren Kiesab­baus im Kreis­ge­bi­et stark macht.
  • dass sich der Rhein-Kreis Neuss gegen den Straßen­bau in Land­schafts- und Naturschutzge­bi­eten ein­set­zt. Dies gilt aus­drück­lich auch für die Pla­nung der L 361n durch die Erf­taue.

Abfälle ver­mei­den – in Kreis­läufen wirtschaften

Heutige Abfälle sind die Rohstoffe von mor­gen. Als GRÜNE set­zen wir uns daher schon seit langem dafür ein, den Rhein-Kreis Neuss zu ein­er führen­den Region der Kreis­laufwirtschaft zu machen.

Wir GRÜNE wollen:

  • dass im Kreis­ge­bi­et unter­schiedliche neue Recy­cling-Zen­tren ein­gerichtet und Tauschbörsen etabliert wer­den und der Kreis die Ein­rich­tung von Repara­turini­tia­tiv­en unter­stützt.
  • dass die Kreisver­wal­tung als Beitrag zur Abfal­lver­mei­dung auch selb­st ihren Papierver­brauch deut­lich reduziert und die Beschaf­fung von Büro­ma­te­ri­alien an den Grund­sätzen der Nach­haltigkeit und des fairen Han­dels aus­richtet.
  • dass in den Ein­rich­tun­gen des Kreis­es und bei Ver­anstal­tun­gen des Kreis­es zukün­ftig kon­se­quent auf Ein­weggeschirr verzichtet wird.