Podiumsdiskussion bei der IHK in Krefeld

13. Mai: Unter dem Mot­to “Die Junge Wirtschaft Mit­tlerer Nieder­rhein möchte mit Spitzenkan­di­dat­en aus der Region zwei Wochen vor der Europawahl die Konzepte für ein einiges und starkes Europa der Zukun­ft disku­tieren” lud de Junge Wirtschaft heute zur Podi­ums­diskus­sion zur Europawahl am heuti­gen Tag ein. Die Begrüßung erfol­gte durch den stel­lvert. Sprech­er Herr Richter sowie den Haupt­geschäfts­führer der IHK Mit­tlerer Nieder­rhein, Herr Stein­metz.

Durch den Abend führte der gutvor­bere­it­ete Mod­er­a­tor Jan Hilde­brand (Han­dels­blatt) die Diskus­sion mit unser­er Kan­di­datin Nilab Fayaz, LL.M. (KTA, Grüne), mit Her­rn Dr. Ste­fan Berg­er (CDU, MdL NRW), Petra Kam­mere­vert (SPD, MdEP) sowie Dr. Michael Ter­wi­esche (FDP). Im Anschluss hat­ten die über 100 Anwe­senden die Möglichkeit, Fra­gen zu stellen und mitzud­isku­tieren. Es wur­den ins­beson­dere die The­men Han­del­spoli­tik mit Chi­na, USA, das Wet­tbe­w­er­srecht, Kartell­recht, Stärkung der Euro-Zone sowie die Engergiewende besprochen. Unter den Kan­di­datIn­nen herrschte Einigkeit im Hin­blick auf die Frage, dass wir eine starke und geeinigte Europäis­che Union brauchen, um die Her­aus­forderun­gen der heuti­gen Zeit zu bewälti­gen.

Dr. Michael Ter­wi­esche sowie Nilab Fayaz, LL.M., Herr Hilde­brandt

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Artikel von mein-Krefeld.de

Debat­te der rheinis­chen Kan­di­dat­en zur Europawahl am 26. Mai

Behauptet Europa sich gegen USA und Chi­na?


Nach­den­kliche Mienen: Diskus­sion­sleit­er Jan Hilde­brand (Mitte) sprach vor allem ökonomis­che The­men an und ord­nete die europäis­chen Prob­leme in das Welt­geschehen ein. Dazu nah­men die rheinis­chen Kan­di­dat­en für die EU-Wahl Stel­lung (v.l.): Dr. Ste­fan Berg­er für die CDU, Dr. Michael Ter­wi­esche für die FDP, Nilab Fayaz für die Grü­nen und Petra Kam­mere­vert für die SPD. Foto: Müller
Krefeld Die Junge Wirtschaft des Nieder­rheins lud die rheinis­chen Kan­di­dat­en für die Europa-Wahl am 26. Mai zur Debat­te ein.


Von Ernst Müller
„60 Prozent der Unternehmen am Nieder­rhein sehen für sich im europäis­chen Bin­nen­markt Vorteile“, rief IHK-Haupt­geschäfts­führer Jür­gen Stein­metz den Gästen in Erin­nerung, die sich am Mon­tagabend im IHK-Gebäude am Nord­wall ver­sam­melt hat­ten.

Der Dachver­band „Junge Wirtschaft Mit­tlerer Nieder­rhein“ hat­te seine Mit­glieder zu ein­er Diskus­sionsver­anstal­tung über die Europawahl am 26. Mai geladen.

Stein­metz ver­schwieg denn auch nicht, dass viele Unternehmen Schwierigkeit­en mit europäis­chen Hemm­nis­sen haben und die Gemein­samkeit Europas noch Lück­en aufweist.

Darüber zu disku­tieren, waren die rheinis­chen EU-Wahl-Kan­di­dat­en der vier klas­sis­chen Parteien nach Krefeld gekom­men: Dr. Ste­fan Berg­er (CDU), Petra Kam­mere­vert (SPD), Dr. Michael Ter­wi­esche (FDP) und Nilab Fayaz (Grüne).

Haush­err Stein­metz augen­zwinkernd: „Ich hoffe, dass wir die Kan­di­dat­en jet­zt ein biss­chen grillen, auf dass sie gestärkt in den Wahlkampf gehen.“

Diskus­sion­sleit­er Jan Hilde­brand, Jour­nal­ist der Wirtschafts- und Finanzzeitung „Han­dels­blatt“, hak­te denn auch kri­tisch nach, warum sich die EU so schw­er täte, geschlossen aufzutreten. Doch traf er gle­ich auf die Kor­rek­tur durch Petra Kam­mere­vert, die bere­its als Abge­ord­nete im Europa­parla­ment mitwirkt: „Die deut­liche Reak­tion der EU-Kom­mis­sion auf die von US-Präsi­dent Trump ver­hängten Zölle hat gezeigt, dass wir mit ein­er Stim­men sprechen kön­nen.“ Dies habe die USA beein­druckt.

Den­noch kön­nen unter­schiedliche ökonomis­che Inter­essen der Europäer nicht geleugnet wer­den, wie Dr. Ste­fan Berg­er klar ansprach. „Meine Antwort darauf: Der Bin­nen­markt muss weit­er gestärkt wer­den.“

Die Wichtigkeit dessen beschrieb anschaulich Dr. Michael Ter­wi­esche: „Wir haben es auf dem Welt­markt mit einem amerikanis­chen und einem asi­atisch-chi­ne­sis­chen Block zu tun.“ Um dazwis­chen mitzuhal­ten, müsse Europa unbe­d­ingt sou­verän­er wer­den.

Ein Schlüs­sel dazu, da waren sich alle Disku­tan­ten einig, sind Investi­tio­nen in Forschung und Tech­nolo­gie. „50 Prozent der weltweit­en Investi­tio­nen in Kün­stliche Intel­li­genz sind chi­ne­sisch“, rüt­telte Dr. Berg­er das Bewusst­sein für die Ten­denz in der tech­nol­o­gis­che Entwick­lung auf. Deshalb sei die derzeit heiß debat­tierte Über­legung von Bun­deswirtschaftsmin­is­ter Peter Alt­maier, größere Unternehmen­szusam­men­schlüsse zuzu­lassen, um auf dem Welt­markt mehr Gewicht zu erhal­ten, nicht falsch.

Darin stimmte ihm auch Petra Kam­mere­vert zu: „Ist unser Wet­tbe­werb­srecht eigentlich noch zeit­gemäß“?, fragte sie angesichts der rechtlichen Schwierigkeit­en, die große Unternehmen bei geplanten Zusam­men­schlüssen bekom­men.

Nur Nilab Fayaz stemmte sich gegen solche Zusam­men­bal­lun­gen: „Wir lehnen die Bil­dung europäis­ch­er Cham­pi­ons ab, denn den Preis zahlen am Ende die Ver­brauch­er.“

Nach­dem die frag­ile Stel­lung Europas auf den Welt­märk­ten weit­ge­hend abge­han­delt war, nah­men die Kan­di­dat­en ver­stärkt Gele­gen­heit, Akzente bei ihrer europa­poli­tis­chen Pro­gram­matik zu set­zen:

Der Euro ist für Deutsch­land ein Segen“, trat Dr. Berg­er allen Währungsskep­tik­ern ent­ge­gen. Allerd­ings lehne er einen europäis­chen Finanzmin­is­ter, wie Frankre­ich ihn fordere, ab. „Son­st zahlt der deutsche Steuerzahler für poli­tis­che Entschei­dun­gen ander­er Regierun­gen.“

Petra Kam­mere­vert plädierte dafür, neben der wirtschaftlichen Weit­er­en­twick­lung Europas auch die soziale im Augen zu behal­ten: „Es bedarf eines europäis­chen Min­dest­lohns, um die Armutsmi­gra­tion in Europa zu unterbinden.“

Dr. Ter­wi­esche wandte sich nach­drück­lich gegen eine finanzielle Trans­fer­union: „Wir sind eine Wertege­mein­schaft, in der der Starke den Schwachen schützt, aber nicht den Diszi­plin­losen.“

Nilab Fayaz wandte sich dage­gen, mit Sorge über den Kraftzuwachs Chi­nas Wirtschaft und Soziales gegeneinan­der auszus­pie­len: „Die Europäis­che Union muss eine Vor­re­it­er­rolle in der Welt ein­nehmen.“

Allen gemein­sam ist der Appell: Am 26. Mai zur Europawahl gehen!

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