Wie kann die Anreicherung von Quecksilber in der Nahrungskette vermindert werden?

 

Wie kann die Anre­icherung von Queck­sil­ber in der Nahrungs­kette ver­min­dert wer­den?“ unter dieser Fragestel­lung hat­te die Kreistags­frak­tion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu einem Fachge­spräch ins Alte Schloss in Greven­broich ein­ge­laden.

Foto: Gerhard Müller, Erft-Kurier

v.l. Hans Chris­t­ian Mark­ert, MdL, Ökopol-Vertreter Chris­t­ian Tebert, Kreis-Grün­er Erhard Dem­mer und Greven­broich­er Stadt-Grün­er Dr. Peter Gehrmann (Foto: Ger­hard Müller, Erft-Kuri­er)

Als promi­nen­ten Ref­er­enten hat­ten DIE GRÜNEN Her­rn Chris­t­ian Tebert von “Ökopol” engagiert, der ein Gutacht­en zur QUECKSILBER-MINDERUNGSSTRATEGIE FÜR NORDRHEIN-WESTFALEN ver­fasst hat. Tebert berichtete von Queck­sil­ber-Anre­icherun­gen in den Meeren (Steigerungsrat­en von jew­eils 3,8 Prozent in den ver­gan­genen Jahren) und in den Fis­chen (“Roher Thun­fisch hat die höch­sten Gehalte. Forellen sind dage­gen noch recht sor­g­los zu essen.“) Dage­gen kön­nten auch die Betreiber der Braunkohlekraftwerke etwas tun. Denn zum einen käme jede neu freige­set­zte Tonne auf den ohne­hin schon vorhan­de­nen Umweltschaden oben drauf, zum anderen habe Deutsch­land ein weltweite Vor­bild­funk­tion. Speziell Chi­na richte sich als große Volk­swirtschaft zunehmend an den Umwelt­stan­dards “Made in Ger­many”. aus. Deshalb fordert er auch weit­ere Ver­schär­fun­gen beim Gren­zw­ert, bei dem er die in den USA gel­tenden 5,4 Mikro­gramm Queck­sil­ber pro Kubik­me­ter Abluft zu einem ersten Maßstab erheben will. Wichtige Ein­schränkung: Die Mes­sung müsse kon­tinuier­lich erfol­gen. Und entschei­dend sei nicht das Jahresmit­tel; vielmehr dürften kein­er­lei Über­schre­itun­gen im Monats-Mit­tel oder an einzel­nen Tagen erfol­gen. Das lasse sich mit Aktivkohle-Röhrchen recht prob­lem­los und sehr zuver­läs­sig messen, so Tebert.

Im Hin­blick auf den geplanten neuen Gren­zw­ert der EU forderte Chris­t­ian Tebert RWE auf, die großtech­nis­che Erprobung von Hol­zofenkoks zügig durchzuführen. Dies werde, da nur eine Anzeigepflicht beim Land beste­he, schnell genehmigt.

In sein­er län­geren Ent­geg­nung wies Herr Dr. Rein­hold Elsen von RWE darauf hin, dass das Vorhaben von Her­rn Tebert zu opti­mistisch beschrieben wor­den sei.

Dafür zeigte der Hans Chris­t­ian Mark­ert (MdL) wenig Ver­ständ­nis. “Wenn das RWE bei diesem The­ma die rote Lat­er­ne abgeben will, dann muss der Konz­ern sofort losle­gen. Jede Reduzierung der aus­gestoße­nen Menge ist doch ein Fortschritt, auch wenn das ‚Ein Mikro­gramm-Ziel‘ nicht sofort erre­icht wird.“  Beim Queck­sil­ber könne man sich Sym­pa­thien holen, wo man son­st keine Sym­pa­thien bekomme, schloss der Kreistagsab­ge­ord­nete der GRÜNEN.

Vgl. auch Berichter­stat­tung im Erft-Kuri­er von Ger­hard Müller: http://www.erft-kurier.de/grevenbroich/quecksilber-8222-historische-schuld-8220-und-vorbildfunktion-f-252-r-die-welt-aid-1.6229478

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